Sinken

Autor: Bram Vermeer

Titel: Knagende Vragen over alledaagse verschijnselen [Bohrende Fragen über alltägliche Phänomene]

Verlag/Ort: Uitgeverij Nieuw Amsterdam / Amsterdam, Niederlande

Erschienen: Oktober 2009

Umfang: 366 Seiten, 85.000 Wörter

Preis: € 17,95

ISBN: 9789046806357

Warum kann man sich in sprudelndem Wasser nicht an der Oberfläche halten?


Wenn man sich in einem Schwimmbad auf den Rücken legt und tief einatmet, kann man sich treiben lassen. Das hat mit dem Gesetz des Archimedes zu tun. Wenn ein Liter Schwimmwasser schwerer ist als ein „Liter“ Menschenkörper, hat der Körper Auftrieb. So ist es bei normalem Kranwasser und im Schwimmbad. In unserem Körper befindet sich zwar viel Flüssigkeit, aber er enthält auch viele Hohlräume und Gase. Insgesamt ist unser Körper dadurch leichter als Wasser.

In Salzwasser ist dieser Unterschied noch größer. Und je größer der Unterschied ist, umso mehr Körper ragt aus dem Wasser heraus. Besonders deutlich wird das im Toten Meer mit seinem hohen Salzgehalt. Das Umgekehrte gilt ebenfalls: Wenn ein Liter Schwimmwasser leichter ist als ein Liter Menschenkörper, sinkt der Körper. In dem italienischen Film Kaos ist ein Mann zu sehen, der in einem riesigen Krug mit Olivenöl ertrinkt. Das Artgewicht von Olivenöl ist zu niedrig, um darin schwimmen zu können.

Und so ist es auch mit sprudelndem Wasser. Das Wasser in einem Whirlpool enthält unzählige Luftblasen. Ein Liter Whirlpoolwasser wiegt aufgrund all der Luft, die in ihm steckt, weniger als ein Liter Schwimmbadwasser. Schwimmen in einem Whirlpool ist also so wie Baden in Olivenöl. Probier es einmal mit Eiswürfeln in einem Glas Wasser aus: Wenn du einen Strohhalm ins Wasser hältst und kräftig hineinbläst, kannst du dir ein Modellsprudelbad basteln. Die Eiswürfel kippen und sinken regelmäßig nach unten.

Das geschieht aber nicht nur in einem Limonadenglas oder in einem Whirlpool – auch in der Schifffahrt kennt man das Problem. Ein Rettungsschiff muss sich schnell von einem sinkenden Schiff entfernen, denn die entweichende Luft aus dem havarierten Schiff sorgt für ein sprudelndes Meer in seiner Umgebung, das den Auftrieb des Rettungsschiffs verringert. Dieses Phänomen könnte auch die Ursache für das plötzliche Verschwinden von Schiffen im Bermudadreieck sein. An dieser Stelle entweichen nämlich viele Gase aus dem Meeresboden.