Leicht beschwipst

Autor: Bram Vermeer

Titel: Knagende Vragen over alledaagse verschijnselen [Bohrende Fragen über alltägliche Phänomene]

Verlag/Ort: Uitgeverij Nieuw Amsterdam / Amsterdam, Niederlande

Erschienen: Oktober 2009

Umfang: 366 Seiten, 85.000 Wörter

Preis: € 17,95

ISBN: 9789046806357

Warum werden Frauen schneller betrunken als Männer?


Nein, nicht, weil sie schneller trinken oder weil sie komische Getränke bevorzugen. Auch nicht, weil Männer mehr Alkohol gewöhnt sind oder Frauen kleiner sind. Alkohol verlässt bei Frauen schneller den Magen. Männer verdauen dreißig Prozent des Alkohols im Magen. Erst danach gelangt er in den Dünndarm, wo er in den Blutkreislauf aufgenommen wird. Bei Frauen wird nur zehn Prozent im Magen verdaut. Das bedeutet, dass ein sehr viel größerer Teil des Alkohols im Blut landet und so seine benebelnde Wirkung entfalten kann.

Frauen haben außerdem weniger Körperflüssigkeit, weil sie mehr Fettgewebe und weniger Muskeln haben – ich kann es auch nicht ändern, das ist die Natur. Weniger Flüssigkeit bedeutet, dass Alkohol weniger stark verdünnt wird. Hinzu kommt, dass die weibliche Leber Alkohol weniger schnell abbaut als die männliche. Dadurch hält sich der Alkohol länger im Blut. Wahrscheinlich ist das auch die Ursache, weshalb Alkohol für Frauen schädlicher ist als für Männer. Frauen laufen ein höheres Risiko, alkoholbedingt an der Leber zu erkranken, und das weibliche Gehirn wird schneller vom Alkohol angegriffen. Andererseits verfügen Frauen über stärkere Nerven. Männer haben ein größeres Risiko, durch Alkoholmissbrauch das Nervensystem zu schädigen, fallen leichter in ein Delirium tremens und leiden öfter am Korsakow-Syndrom. Warum all die Unterschiede? Die Wissenschaftler wissen es nicht. Aber Männer und Frauen sind nun mal verschieden, vor allem in der Kneipe.